Band 8: Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in ländlichen Räumen vor dem Hintergrund des demographischen Wandels – Untersuchung am Beispiel des Landkreises Prignitz

AzR

Arbeitspapiere zur Regionalentwicklung – Elektronische Schriftenreihe des Lehrstuhls Regionalentwicklung und Raumordnung (E-Paper) – Band 8

Christian Wegener
Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in ländlichen Räumen vor dem Hintergrund des demographischen Wandels – Untersuchung am Beispiel des Landkreises Prignitz

Die Sicherstellung der ambulanten medizinischen Versorgung wurde in den vergangenen Jahren vor dem Hintergrund eines drohenden Hausärztemangels zunehmend öffentlich thematisiert. Insbesondere in ländlichen und strukturschwachen Räumen der neuen Bundesländer stellt sich die hausärztliche Versorgungssituation derzeit angespannt dar. Im Zuge anhaltender rückläufiger Hausarztzahlen wird sich diese Entwicklung zukünftig voraussichtlich intensivieren.

In Folge der demographischen Entwicklung ergeben sich darüber hinaus veränderte Herausforderungen an die hausärztliche Versorgung. Einerseits bewirken Bevölkerungsverluste eine abnehmende Nachfrage an hausärztlichen Leistungen, andererseits induziert die Alterungsprozess der Gesellschaft einen steigenden personenbezogenen hausärztlichen Bedarf. Darüber hinaus impliziert die Alterung der Bevölkerung eine abnehmende Mobilität, wodurch sich neue Anforderungen an die Erreichbarkeit medizinischer Einrichtungen stellen.

Bereits heute weisen insbesondere ländliche und strukturschwache Räume der neuen Bundesländer erhebliche Überalterungstendenzen auf, woraus sich ein besonderer Versorgungsbedarf ableiten lässt. Diesem steht eine geringe ärztliche Niederlassungsbereitschaft sowie eine ungünstige hausärztliche Altersstruktur gegenüber.

Um die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die hausärztliche Versorgung aufzuzeigen, diente in der vorliegenden Arbeit der brandenburgische Landkreis Prignitz als Untersuchungsraum. In dem ländlichen und strukturschwachen Raum wurde zunächst die gegenwärtige hausärztliche Versorgungssituation analysiert. Hierzu wurde neben statistischen Daten auf Expertenwissen sowie eigenerhobene Daten im Rahmen einer Hausärztebefragung zurückgegriffen. Aufbauend auf der Analyse der gegenwärtigen Versorgungssituation erfolgte eine Projektion der hausärztlichen Versorgungssituation für das Jahr 2020. Neben der Entwicklung der Hausarztzahlen wurden hierbei die prognostizierten bevölkerungsstrukturellen Verschiebungen sowie deren Auswirkungen auf den Bedarf an hausärztlichen Leistungen berücksichtigt. Als Grundlage zur Bestimmung des bevölkerungsseitigen Einflusses auf die hausärztliche Versorgung diente ein von Andersen und Mühlbacher (2004) entwickeltes Verfahren.

Aus den gewonnenen Erkenntnissen wurden abschließend übergeordnete allgemeine sowie raumbezogene Empfehlungen formuliert, die zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung vor dem Hintergrund des demographischen Wandels beitragen können.

ISSN 1869-3814
Seitenzahl: 202

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Abstract
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Arbeitspapiere zur Regionalentwicklung – Elektronische Schriftenreihe des Lehrstuhls Regionalentwicklung und Raumordnung (E-Paper) – Band 8

Christian Wegener
Ensuring the supply of general practitioner care in rural areas against the background of demographic change – investigation using the district of Prignitz as example

In the past few years safeguarding of outpatient medical care has increasingly become a hot topic in the public domain against the background of an impending lack of general practitioners. The care situation is at the moment particularly strained in rural and economically underdeveloped areas of the new German states. This trend is expected to intensify in the future in the face of general practitioner numbers which continue to decrease.

As a consequence of demographic development there are also changes in the challenges facing general practitioner care. On the one hand, depopulation causes a decrease in demand for general practitioner services; on the other hand the ageing of the population brings about an increase in the need for personal general practitioner care. Moreover, the ageing of the population involves a decrease in mobility bringing with it new requirements as regards the accessibility of medical facilities.

Rural and economically underdeveloped areas of the new German states in particular are already displaying considerable tendencies towards an ageing population which brings about a particular need for care. This is accompanied by a low presence of doctors’ surgeries and inappropriate ages in the general practitioners.

In the present work, the Brandenburg district of Prignitz acted as an investigation room for highlighting the impact of the demographic change on general practitioner care. In the rural and economically underdeveloped area the current situation in general practitioner care was first of all analysed. Based on the analysis of the current care situation a projection was made for the general practitioner care situation for the year 2020. As well as the development of general practitioner numbers, the predicted shifts in population structure and the impact on its need for general practitioner services were taken into consideration. A procedure devised by Andersen and Mühlbacher (2004) acted as a basis for determining the influence of the population on general practitioner care.

From the insights gained, conclusive critical recommendations, both general and area-specific, have been formulated which can contribute to safeguarding general practitioner care against the background of demographic change.

ISSN 1869-3814
Seitenzahl: 202

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