Auftraggeber
Landkreis Bad Kreuznach

Laufzeit
Mai 2021 bis November 2022

Projektbeschreibung

Vor dem Hintergrund der geänderten Rahmenbedingungen, insbesondere veränderter demografischer Entwicklung, erhöhter Wettbewerbssituationen um die Ansiedlung von Unternehmen, dem zunehmendem Wettbewerb der Kommunen um Gewinnung von Wohn- und Arbeitsbevölkerung sowie des Rückzugs von Einzelhandel und Dienstleistungsbetrieben aus den peripheren Gemeinden und nicht zuletzt zunehmend knapper Haushaltsmittel im kommunalen Bereich, ist es notwendig, dass Kreise und Kommunen Weichenstellungen vornehmen und Handlungskonzepte für die Zukunft erarbeiten.

Diesen Herausforderungen stellt sich auch der Landkreis Bad Kreuznach und hat den Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung mit einem Kreisentwicklungs- und Strategiekonzept beauftragt. Ziel dieses Konzepts ist es, einen querschnittsorientierten Entwicklungs-, Orientierungs- und Handlungsrahmen (10-Jahres-Strategie) im Sinne eines Masterplans und strategischen Entwicklungskorridors für eine zukunftsfähige Kreisentwicklung zu erarbeiten. Hierbei gilt es den zukünftigen Herausforderungen vor allem der demografischen als auch wir tschaftsstrukturellen Entwicklung Rechnung zu tragen, damit sich der Landkreis Bad Kreuznach als attraktiver Wohn- und Arbeitsstandort, in einem sich verstärkenden Wettbewerb der Gemeinden um Wohnbevölkerung und Fachkräfte, positionieren kann.

Der Landkreis Bad Kreuznach mit seinen fünf Verbandsgemeinden und der Stadt Bad Kreuznach umfasst eine Fläche von über 860.000km² und liegt an der Nahe, zwischen dem Hunsrück und Nordpfälzer Bergland. Der Kreis ist durch den Übergang von verdichtetem zu ländlichem Raum gekennzeichnet, was sich intensiv auf Mobilität, Wirtschaftskraft, Siedlungsentwicklung und Demografie auswirkt. Demnach weisen die Teilregionen des Kreises auch unterschiedliche Herausforderungen und Potenziale auf, die es in dem Kreisentwicklungskonzept besonders zu berücksichtigen gilt.

In den letzten 20 Jahren weist der Landkreis mit rund 160.000 Einwohner:innen eine insgesamt stabile  Bevölkerungsentwicklung mit leichten Wachstumstendenzen auf. Die Ausweisung der Stadt Bad Kreuznach als Heilbad sowie die günstige Lage zu den Naherholungsregionen Rheingau-Taunus, Hunsrück und Donnersberg, sind für die Entwicklung des Tourismus und des Naherholungsverkehrs relevant. Die gute Verkehrsanbindung über die Bundesautobahn A6 und mehrerer Bundesstraßen sind ein großes Plus für den Kreis als Wirtschaftsstandort. Insgesamt zeichnet sich die Region durch eine günstige Wirtschaftsstruktur mit einem relativ hohen Diversifizierungsgrad der Branchen aus.

Auf der Grundlage einer ersten Bestandaufnahme sowie eines Stärken-Schwächen- bzw. Chancen-Risiken-Profils sollen Entwicklungspotentiale für den Kreis definiert und daraus Leitlinien und Entwicklungsziele abgeleitet werden. Bei der Untersuchung werden auch die geänderten Rahmenbedingungen und Wirkungen der Pandemie COVID-19 in allen Bausteinen Berücksichtigung finden.

Das Kreisentwicklungskonzept umfasst folgende Bausteine:

  • Information und Sensibilisierung der Bevölkerung (Startphase),
  • Bestandsaufnahme – Analyse der Ausgangssituation,
  • Erfassung der Meinungen und Vorstellungen von Bevölkerung sowie kommunalen Akteuren und Vertretern der Wirtschaft (Partizipation),
  • Stärken-Schwächen-Analyse und Darstellung der Handlungsbedarfe sowie der Handlungsfelder,
  • Diskussion und Festlegung eines Entwicklungsleitbilds und Entwicklungszielen in den relevanten Strukturbereichen,
  • Erarbeitung eines Handlungs- und Umsetzungskonzepts mit kurz-, mittel- und langfristigen Strategien, Maßnahmen und Projekten.

Als erster und wichtiger Baustein des Kreisentwicklungskonzepts fanden im Mai und Juni 2021 die Auftaktveranstaltungen zur Information und Sensibilisierung der Bevölkerung sowie der betroffenen Akteure statt. Im Ausschuss für Kreisentwicklung und Infrastruktur wurden die Schwerpunktthemen des Entwicklungskonzepts diskutiert und festgelegt.

Diese sind:

  1. Wirtschaft, Umwelt und Mobilität
  2. Wohnen in Dorf & Stadt: Daseinsvorsorge und Infrastruktur
  3. Tourismus, Freizeit, Sport und Kultur

Die Partizipation der Bevölkerung im Landkreis sowie lokaler und regionaler Akteure und Expert:innen ist ein zentrales Element für die Erstellung des Kreisentwicklungskonzepts. Daher wurde eine umfassende online-Haushaltsbefragung Ende 2021 durchgeführt. Die Jugend stellt eine besondere Zielgruppe für das Entwicklungskonzept dar, weshalb eine gesonderte Schüler:innenbefragung in den Abschlussklassen aller weiterführenden Schulen im Landkreis durchgeführt wurde. Für die Bürgermeister:innen der einzelnen (Orts-)Gemeinden wurde eine gesonderte schriftliche Befragung durchgeführt.

Des Weiteren ist im Jahr 2022 eine schriftliche Befragung der Geschäftsführungen der hundert größten, regional-bedeutsamen Unternehmen aus den Bereichen gewerbliche Wirtschaft und Handwerk vorgesehen. Ferner sind sechs Regionalkonferenzen in den fünf Verbandsgemeinden sowie der Stadt Bad Kreuznach in Planung und drei Fachforen zu den oben genannten Schwerpunktthemen des Kreisentwicklungskonzepts.

Ansprechpartner:innen

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. habil. Gabi Troeger-Weiß
Bearbeitung: Dr. Sebastian Winter, Dipl.-Ing. Makbule Engelhardt

Entwurf: Eigene Darstellung, Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung, TU Kaiserslautern 2021 Quelle: Datengrundlage: Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2021
Auftaktveranstaltung am 15. Juli 2021 mit der Landrätin, Vertretern der Kreisverwaltung sowie Bürgermeister:innen der (Orts-) Gemeinden und Städte im Landkreis Bad Kreuznach
Modellvorhaben „Stadtdörfer“ – Andernach, Mayen, Neustadt und Worms (Phase 3)
Gutachterliche Stellungnahme zur möglichen Ausweisung eines Oberzentrums in der Region Ostwürttemberg
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