Wettbewerb „Exzellenz in der Lehre“:
Pilotprojekt „Internationalisierung ausgewählter Studienmodule der Raum- und Umweltplanug“

Laufzeit
2010 – 2012

1 Ausgangslage

Bislang ist der Anteil der Studierenden, die Auslandserfahrungen während des Bachelorstudiums „Raumplanung“ gesammelt haben, ausgesprochen gering.

Eine unabhängig vom Pilotprojekt durchgeführte Befragung der Studierenden im SS 2010 durch das Lehrgebiet Stadtsoziologie im Rahmen der Evaluation des Bachelorstudiengangs „Raumplanung“ kam zu dem Ergebnis, dass die Bereitschaft einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren mit steigender Fachsemesteranzahl sinkt, da vor allem Zeitverluste im Studium (sowohl aufgrund des Auslandsaufenthaltes als auch aufgrund der Organisation dessen) von den Studierenden befürchtet werden. Zudem ist die Mehrheit der Studierenden im 6. Semester der Meinung, dass sich ein Auslandsaufenthalt nicht in das aktuelle Bachelorstudium integrieren lässt. Allerdings ist den Umfrageergebnissen auch zu entnehmen, dass ein Teil der Studierenden einen Auslandaufenthalt im weiteren Studienverlauf (zwischen Bachelorabschluss und Beginn des Masterstudiums oder während des Masterstudiums) beabsichtigt.

2 Ziel

An dieser Stelle setzt der Wettbewerb „Exzellenz in der Lehre“ mit dem Pilotprojekt „Internationalisierung ausgewählter Studienmodule der Raum- und Umweltplanung“ des Fachbereiches Raum- und Umweltplanung an.

Ziel des Pilotprojekts ist die Förderung von Auslandsstudienaufenthalten im Bachelorstudiengang „Raumplanung“ und im Masterstudiengang „Stadt- und Regionalentwicklung“ des Fachbereiches Raum- und Umweltplanung. Als Alternative zur Praxis der individuellen Anerkennung von Leistungen sollen im Rahmen des Pilotprojekts in Zusammenarbeit mit ausgewählten Partneruniversitäten modellhafte Studienpläne erarbeitet und umgesetzt werden, die den unmittelbaren und bidirektionalen Austausch von Studien- und Prüfungsleistungen ermöglichen. Im Zielzustand ist dann der Ersatz ganzer Studienmodule oder definierter, abgeschlossener Teilmodule durch vorab festgelegte Studien- und Prüfungsleistungen an den Partneruniversitäten möglich. Den Studierenden wird damit ein niederschwelliges, organisatorisch schlankes und ohne Studienzeitverluste realisierbares Auslandsstudienangebot unterbreitet. Gleichzeitig wird die Integration von Gaststudierenden aus den jeweiligen Partneruniversitäten deutlich erleichtert.

Somit werden im Rahmen des Pilotprojektes durch die Ausarbeitung von passgenauen Maßnahmen auf die bislang eher geringe Nachfrage nach Auslandsaufenthalten der Studierenden reagiert und gezielte Angebote zur Erhöhung der studentischen Erfahrungen im Ausland geschaffen.

3 Arbeitschritte und aktueller Projektstand

Die Umsetzung des Pilotprojekts (Laufzeit 2010 – 2012) ist in die vier folgenden Phasen gegliedert:

Zu Beginn des Pilotprojektes wurde in Phase A „Sondierung und bilaterale Modellentwicklung“ der Bachelorstudiengang „Raumplanung“ und der Masterstudiengang „Stadt- und Regionalentwicklung“ an der TU Kaiserslautern hinsichtlich des Studienaufbaus und -verlaufs analysiert und geeignete Studienmodule, die sich für eine Absolvierung an den ausländischen Partneruniversitäten anbieten sowie inhaltlich und zeitlich reibungslos in den vorgesehenen Studienablauf einbinden lassen, ausgewählt. Die Gewährleistung eines inhaltlich und zeitlich vergleichbaren Aufwands ist insofern wichtig, damit eine grundsätzliche Anerkennung der an den ausländischen Partneruniversitäten abgeleisteten Studien- und Prüfungsleistungen und der entsprechenden ECTS-Leistungspunkte gewährt werden kann, ohne dass eine individuelle Nachprüfung der im Ausland erarbeiteten Inhalte notwendig ist.

Parallel dazu wurden die an verschiedenen Universitäten im europäischen und außereuropäischen Ausland im Bereich der räumlichen Planung und benachbarten Bereichen angebotenen Studiengänge hinsichtlich definierter Kriterien (z.B. Kompatibilität der angebotenen Studiengänge und relevanten Kurse, Lehrsprache) näher analysiert. Auf dieser Grundlage wurden folgende US-amerikanische Partneruniversitäten ausgewählt:

  • Virginia Commonwealth University, L. Douglas Wilder School of Government and Public Affairs, Richmond VA (Bachelor „Urban and Regional Studies“ und Master „Urban and Regional Planning“),
  • University of California Berkeley, College of Environmental Design, Department of City and Regional Planning, Berkeley CA (Bachelor „Urban Studies“ und Master „City Planning“),
  • Arizona State University, College of Liberal Arts and Sciences, School of Geographical Sciences and Urban Planning, Tempe AZ (Bachelor „Urban Planning” und Master „Urban and Environmental Planning”),
  • Georgia Institute of Technology, College of Architecture; School of City and Regional Planning, Atlanta GA (Master „Urban and Regional Planning“).

Bei erfolgreicher Etablierung des Austauschprogrammes sollen weitere Partneruniversitäten (z.B. aus dem europäischen Raum) eingebunden werden.

Die Kontaktaufnahme ist mit der Arizona State University, dem Georgia Institute of Technology und der Virginia Commonwealth University schon erfolgt; die Kontaktaufnahme zur University of California Berkeley wird derzeit vorbereitet.

Bei den kontaktierten Universitäten besteht grundsätzliches Interesse am Aufbau eines studentischen Austauschprogrammes, so dass in der nun anschließenden Phase B „Formelle Umsetzung durch Kooperationsvereinbarungen und ggf. Anpassung der Modulstrukturen und Prüfungsordnungen“ an den US-amerikanischen Partneruniversitäten bilaterale Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen sowie inhaltliche und organisatorische Fragestellungen (z.B. Umgang mit anfallenden Studiengebühren) weitergehend besprochen werden können. Eine Bereisung der Arizona State University und dem Georgia Institute of Technology ist dabei für Herbst 2011 vorgesehen. Parallel dazu soll die weitere inhaltliche Detaillierung des Austauschprogramms – auch im Hinblick auf die mögliche Förderung der Auslandsaufenthalte der Studierenden – vorgenommen werden. Soweit erforderlich müssen die Fachprüfungsordnungen (B.Sc. und M.Sc.) im Hinblick auf die studentische Auslandsmobilität angepasst bzw. ergänzt werden.

In der darauffolgenden Phase C „Pilothafte Einführung und Beratung der Studierenden“ soll zum einen eine Informationsveranstaltung durchgeführt werden, in der die Studierenden über die Möglichkeit zum Auslandsstudium mit den neuen Voraussetzungen in den entsprechenden Studiensemestern informiert werden. Dabei ist auch eine gezielte Ansprache einzelner Studierender von den Projektverantwortlichen geplant. Zum anderen sollen die interessierten Studierenden bei der Auswahl des Studienstandortes, der Inhalte und im Hinblick auf Fördermöglichkeiten qualifiziert beraten werden. Nach erfolgtem Auslandsaufenthalt sollen die Studierenden bzgl. ihrer Erfahrungen befragt werden, um ggf. einen bestehenden Nachbesserungsbedarf zu erkennen und das Programm dahingehend anzupassen.

In der abschließenden Phase D „Dauerhafte Integration in den Studienablauf und das Studienmarketing“ sollen Informationsmaterialien für den Studienablauf mit Auslandsaufenthalt (unter Berücksichtigung der ersten Erfahrungen von Studierenden der Pilotphase) erarbeitet sowie die Studierenden über die Möglichkeit zum Auslandsaufenthalt im Rahmen von Informationsveranstaltungen im Studienverlauf informiert werden. Darüber hinaus sollen die erarbeiteten Informationsmaterialien in die bisherigen Maßnahmen zum Studienmarketing (Informationsflyer, Internetseite des Fachbereiches) eingebunden werden.

4 Studierende als Partner

Im bisherigen Verlauf der Bearbeitung wurde ein studentischer Ansprechpartner einbezogen, der im Rahmen der Auswertung der Studienpläne der möglichen Partneruniversitäten im Hinblick auf die Auswahl geeigneter Studienmodule tätig wurde. Auch in den weiteren Arbeitsschritten (vgl. Phase C) ist die Einbindung von Studierenden als Partner geplant.

Im Rahmen der Projektlaufzeit sollen zudem weitere Möglichkeiten der verstärkten Einbindung von Studierenden als Partner festgestellt werden, da die Einbeziehung der Erfahrungen und Bedürfnisse der Studierenden ein wesentliches Qualitätsmerkmal der Raumplanerausbildung an der TU Kaiserslautern darstellt und auch zukünftig weiter ausgebaut werden soll.

5 bisherige Erfahrungen und Ausblick

Aufgrund der definierten Projektstruktur ist ein erster Austausch der Studierenden für das WS 2012/ 2013 anvisiert. Nach dem Auslandssemester an den ausgewählten US-amerikanischen Partneruniversitäten werden die Studierenden zu ihren Erfahrungen befragt; diese Ergebnisse sollen in den weiteren Verlauf des Austauschprogrammes eingebunden werden.

Insgesamt ist jetzt schon feststellbar, dass das Projekt, welches auf einen intensiven Austausch in inhaltlicher und organisatorischer Hinsicht mit den Partneruniversitäten zielt, ausreichend Zeitfenster für die Ausarbeitung der Konzeption sowie für gemeinsame Abstimmungen und das Klären einzelfallspezifischer Rahmenbedingungen (z.B. Erlassen von Studiengebühren, etc.) benötigt.

6 Ansprechpartner

Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung
Technische Universität Kaiserslautern
Fachbereich Raum- und Umweltplanung
Pfaffenbergstraße 95, Gebäude 1
67663 Kaiserslautern

Tel. +49 631 205 4701
Fax +49 631 205 2551
http://www.uni-kl.de/rur/

Frau Univ.-Prof. Dr. habil. Gabi Troeger-Weiß
Tel. +49 631 205 4701
Email troegerw@ru.uni-kl.de

Herr Akad. Dir. apl. Prof. Dr.-Ing. Hans-Jörg Domhardt
Tel. +49 631 205 3113
Email domhardt@ru.uni-kl.de

Frau Dipl.-Ing. Claudia Bolte
Tel. +49 631 205 4710
Email claudia.bolte@ru.uni-kl.de

Lehrstuhl Stadtplanung
Technische Universität Kaiserslautern
Fachbereich Raum- und Umweltplanung
Pfaffenbergstraße 95, Gebäude 1
67663 Kaiserslautern

Tel. +49 631 205 4662
Fax +49 631 205 4664
http://www.uni-kl.de/Stadtplanung/

Herr Prof. Dr.-Ing. Gerhard Steinebach
Tel. +49 631 205 2547
Email Gerhard.Steinebach@ru.uni-kl.de

Frau Dipl.-Ing. Cordula Uhlig
Tel. +49 631 205 3987
Email Cordula.Uhlig@ru.uni-kl.de

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