Arbeitspapiere zur Regionalentwicklung – Elektronische Schriftenreihe des Lehrstuhls Regionalentwicklung und Raumordnung (E-Paper) – Band 14
Jörg Bauer
Strategien und Maßnahmen zur Entwicklung von Lebensqualität und Attraktivität in einer ländlichen Gemeinde unter besonderer Berücksichtigung der Erwachsenen im Alter von 18-50 Jahren – am Beispiel des Marktes Heiligenstadt in Oberfranken
Die Attraktivität eines Raumes als Wohnstandort hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sehr bedeutend sind das Vorhandensein von attraktiven Arbeitsplätzen und die Anbindung an diverse Infrastrukturen. Dies sind die Faktoren die maßgeblich zur Wohnstandortwahl eines Menschen beitragen.
Insbesondere die ländlichen Räume Deutschlands sehen sich künftig großen Herausforderungen konfrontiert: Demografischer Wandel, Ökonomischer Strukturwandel, Auslastungsdefizite von Infrastrukturen sowie Finanzknappheit in den kommunalen Kassen wirken sich negativ auf die Wohnattraktivität aus und schränken die Lebensqualität der dort Lebenden massiv ein. Eine Konsequenz dieser Entwicklungen sind Abwanderungsbewegungen aus den ländlichen Räumen in die Stadtregionen.
Die Untersuchungsgemeinde Markt Heiligenstadt im Oberfränkischen befindet sich im ländlichen Raum und möchte den o.g. Herausforderungen im Sinne einer proaktiven Steuerung entgegentreten. Die Hauptintention der Arbeit ist es deshalb, geeignete Maßnahmen und Strategien zu entwerfen, welche eine an Attraktivität und Lebensqualität orientierte Gemeindeentwicklung unterstützen.
Um für die Untersuchungsgemeinde die richtigen Konzepte zu identifizieren ist die Erfassung der Interessen sowie Meinungen der Einwohnerschaft unerlässlich. Hierfür ist eine sozial-empirische Erhebung durchgeführt worden. Im Rahmen der Untersuchung ist die 18-50 jährige Einwohnerschaft der Marktgemeinde Heiligenstadt zu den Themenschwerpunkten „Wohnen“, „Arbeit“ und „Freizeit“ befragt worden. Gerade Menschen in diesem Altersbereich sind durch ihre Wirtschaftskraft, potenzielle Familiengründungen und ehrenamtlichem Engagement eine zukunftsträchtige Klientel, die der Gemeinde erhalten bleiben soll. Gleichzeitig ist sie aber sehr mobil und reagiert sensibel auf das Vorhandensein bzw. die Abwesenheit von Wohnstandortfaktoren.
Die Ergebnisse von strukturellen sowie der sozialempirischen Analyse ermöglicht es eine Bewertung der Attraktivität und Lebensqualität des Marktes Heiligenstadt vorzu-nehmen und erlaubt eine Szenarienbildung mit einem Zeithorizont von 20 Jahren.
Auf Basis dieser Vorarbeiten werden, auch unter Bezugnahme von Best-Practice-Beispielen, Handlungsempfehlungen im Sinne von Strategien und Maßnahmen aufgezeigt. Diese orientieren sich allesamt am dem Leitziel: „Die Bürger aller Altersklassen sollen auch zukünftig gerne im Markt Heiligenstadt leben!“.
ISSN 1869-3814
Seitenzahl: 245