Bericht zur Raumplaner-Exkursion vom April 2017 in Nordwest-Deutschland: Entwicklungsperspektiven in den Bereichen Tourismus, Energiewirtschaft und Logistik

Fachexkursion für Studierende des Bachelors Raumplanung, Masters Stadt- und Regionalentwicklung und Masters Umweltplanung und Recht nach Nordwest-Deutschland des Lehrstuhles Regionalentwicklung und Raumordnung im Sommersemester 2017

Unter Leitung von apl. Prof. Dr.-Ing. Hans-Jörg Domhardt und Dr.-Ing. Kirsten Mangels fand im Zeitraum zwischen 02. und 07. April 2017 eine Fachexkursion zum Themenschwerpunkt Entwicklungsperspektiven in den Bereichen Tourismus, Energiewirtschaft und Logistik statt. Hierzu zählten mitunter: die Meyer-Werft in Papenburg als Weltmarktführer im Bau von Kreuzfahrtschiffen, die Windräder von ENERCON in Aurich als Exportschlager oder der neue Tiefwassercontainerhafen in Wilhelmshaven als zukunftsträchtiger Logistik-Standort! Anhand dieser sehr unterschiedlichen sozioökonomischen Entwicklungen im Nordwesten von Niedersachsen wird deutlich, dass dieser Landstrich nicht mehr als rückständig und ausschließlich landwirtschaftlich geprägt betrachtet werden kann.

Themenschwerpunkt der Fachexkursion im Fachbereich Raum- und Umweltplanung vom 02.-07. April 2017 war die Gestaltung des Strukturwandels zwischen Dollart und Jadebusen. An vielen Beispielen wurden der Wandel dieser Region zu einer modernen Arbeits-, Wohn- und Freizeitregion sowie die Rolle der Akteure im Bereich der Regionalentwicklung sowie Regionalplanung den Studierenden aus den drei Studienrichtungen Bachelor Raumplanung, Master Stadt- und Regionalentwicklung sowie Master Umweltplanung und Recht deutlich.

Die Exkursion begann mit einer Sonderführung durch die Meyer-Werft. Sehr eindrucksvoll wurde die hochindustrialisierte Produktion von Kreuzfahrtriesen in der Werft vermittelt. Zudem wurden in einer Diskussion mit dem Leiter der Unternehmenskommunikation die Perspektiven zukünftiger Schiffbauentwicklung und die Bedeutung der Werft für die gesamte Regionalentwicklung deutlich. Zusätzlich erfolgte eine intensive Diskussion über die städtebauliche Entwicklung von Papenburg, der größten Fehnkolonie von Deutschland.

In Aurich wurde, unter der Führung eines ehemaligen Absolventen der Fachrichtung Raum- und Umweltplanung, bei der Firma ENERCON, ein vertiefter Einblick in die Produktion und in die weitere raumrelevante Entwicklung der Nutzung der Windkraft gegeben. Anschließend diskutierten die Teilnehmer/innen mit dem Vertreter der Wirtschaftsförderung zukünftige Entwicklungschancen im Landkreis Aurich.

Durch eigene Anschauung sowie anhand eines intensiven Gesprächs mit dem amtierenden Bürgermeister der Inselgemeinde Langeoog konnten die Studierenden die Chancen aber auch Risiken der Entwicklung des Tourismus auf der Insel erleben.

Am vierten Tag hatten die Studierenden die Gelegenheit mit dem Landrat des Landkreises Friesland im Ausbildungszentrum in Varel Ansätze zur Vermeidung von Fachkräftemangel zu diskutieren. Am Nachmittag stand eine Rundfahrt im Jade-Weser-Port, gefolgt von einem informativen Gespräch mit einem Vertreter des Jade-Weser-Ports auf dem Programm. Hier wurden einerseits die Dimensionen der Hafenwirtschaft an der deutschen Nordseeküste und andererseits der lange Atem, der zur Etablierung neuer Großinfrastrukturen notwendig ist, deutlich.

Den Abschluss der Exkursion bildete die Besichtigung des Kohlekraftwerks von UNIPER in Wilhelmshaven. Anhand einer Einführung durch den stellvertretenden Kraftwerksleiter und einer Diskussion über die Folgen für konventionelle Kraftwerke aufgrund geänderter energiepolitischer Rahmenbedingungen wurde den Studierenden sehr eindrucksvoll die derzeitige Dynamik dieses Wirtschaftszweiges vermittelt.

Abschließend kann resümiert werden, dass den Studierenden ein fachlich fundierter Einblick in die räumlichen Entwicklungsdynamiken dieses Raumes vermittelt werden konnte. Neben den neuen fachlichen Erkenntnissen konnten den meisten Studierenden auch neue Eindrücke von den vielfältigen Raumstrukturen in Deutschland vermittelt werden.

apl. Prof. Dr.-Ing. Hans-Jörg Domhardt
Dr.-Ing. Kirsten Mangels

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