Band 11: Kulturhauptstadt Europas – Ein Instrument zur Revitalisierung von Altindustrieregionen Evaluierung der Kulturhauptstädte „Glasgow 1990, Cultural Capital of Europe“ und „RUHR 2010, Essen für das Ruhrgebiet“

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Arbeitspapiere zur Regionalentwicklung – Elektronische Schriftenreihe des Lehrstuhls Regionalentwicklung und Raumordnung (E-Paper) – Band 11

Lisa Hollmann
Kulturhauptstadt Europas – Ein Instrument zur Revitalisierung von Altindustrieregionen
Evaluierung der Kulturhauptstädte „Glasgow 1990, Cultural Capital of Europe“ und „RUHR 2010, Essen für das Ruhrgebiet“

Das Ruhrgebiet wurde für das Jahr 2010, mit dem Titel „RUHR 2010, Essen für das Ruhrgebiet“, als Kulturhauptstadt Europas ausgezeichnet. In Weiterführung einer Reihe von altindustriell geprägten Kulturhauptstädten, Glasgow (1990), Lille (2004) und Liverpool (2008), setzte das Ruhrgebiet den Titel Kulturhauptstadt Europas ebenfalls gezielt zur Überwindung altindustrieller Hemmnisse ein. Die vorliegende Arbeit nimmt die kürzlich zu Ende gegangene Kulturhauptstadt zum Anlass, um der Frage nachzugehen inwieweit die Auszeichnung Kulturhauptstadt Europas zur Revitalisierung von Altindustrieregionen beitragen kann.

Zunächst werden der Raumtypus Altindustrieregion und das Instrument Kulturhauptstadt Europas eingehend analysiert. Aus theoretischer Perspektive und unter Einbeziehung der Europäischen Studie „European Cities and Capitals of Culture – Study prepared for the European Commission“ können erste Anknüpfungspunkte zwischen den Herausforderungen von Altindustrieregionen und den Ausgestaltungsmöglichkeiten der Kulturhauptstadt Europas erarbeitet werden. Es wird deutlich, dass die Kulturhauptstadt Europas als Anstoß, als imagewirksame Auszeichnung und als vielfältig einsetzbares Instrument wirken und dadurch die zentrale Problematik des Anpassungsstaus in Altindustrieregionen verbessern kann.

Die beiden Kulturhauptstädte „Glasgow 1990, Cultural Capital of Europe“ und „RUHR 2010, Essen für das Ruhrgebiet“ werden als praktische Beispiele herangezogen und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die jeweiligen altindustriellen Räume evaluiert. Die Kulturhauptstadt „Glasgow 1990, Cultural Capital of Europe“ wird mittels einer Ex-Post-Evaluation und die Kulturhauptstadt „RUHR 2010, Essen für das Ruhrgebiet“ mittels einer On-Going-Evaluation ausgewertet. Aus praktischer Perspektive und durch die Gegenüberstellung der beiden Beispiele können wichtige Erkenntnisse zur Wirksamkeit der Kulturhauptstadt in Altindustrieregionen gewonnen werden. Es wird deutlich, dass sowohl in Glasgow als auch im Ruhrgebiet die Auszeichnung Kulturhauptstadt Europas primär zur Verbesserung des Außenimages genutzt wurde. Den Auswirkungen hinsichtlich der Wirtschaftsförderung und der Raumentwicklung kam in beiden Fällen eine sekundäre Bedeutung zu.

Aufbauend auf den gewonnen Erkenntnissen werden abschließend Handlungsempfehlungen für Altindustrieregionen zum effizienten Einsatz des Instruments Kulturhauptstadt Europas formuliert. Es wird deutlich, dass die Durchführung einer Kulturhauptstadt den Einsatz hoher personeller, finanzieller und zeitlicher Ressourcen bedarf. Für Altindustrieregionen ergibt sich daher die Notwendigkeit, die Bewerbung als auch die Durchführung einer Kulturhauptstadt zielorientiert abzuwägen. Darüber hinaus gilt es die endogenen kulturellen Potenziale klar und frühzeitig zu definieren und den Kulturhauptstadt-prozess in eine nachhaltige kulturgestützte Entwicklung auf regionaler Ebene einzubinden.

ISSN 1869-3814
Seitenzahl: 172

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Abstract
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Arbeitspapiere zur Regionalentwicklung – Elektronische Schriftenreihe des Lehrstuhls Regionalentwicklung und Raumordnung (E-Paper) – Band 11

Lisa Hollmann
European Capital of Culture – An instrument for the Revitalisation of Old Industrial Regions
Evaluation of the Capitals of Culture “Glasgow 1990, Cultural Capital of Europe” and “RUHR 2010, Essen for the Ruhr Region”

For the year 2010 the Ruhr Region was appointed as European Capital of Culture “RUHR 2010, Essen for the Ruhr Region”. The Ruhr Region utilized the title European Capital of Culture for overcoming old industrial restraints as former old industrial European Capitals of Culture had done before (Glasgow 1990, Lille 2004, Liverpool 2008). This study uses the recently ended Capital of Culture as an occasion to analyse to what extend the award European Capital of Culture can contribute to the revitalisation of old industrial regions.

First of all the type of space ‘old industrial region’ and the instrument ‘European Capital of Culture’ are generally analysed. The European study “European Cities and Capitals of Culture – Study prepared for the European Commission“ is examined as well. First points of contact between the general challenges of old industrial regions and the opportunities of arranging the European Capital of Culture are worked out from a theoretical perspective. It becomes obvious that the European Capital of Culture is able to act as an impulse, an image effective award and a variously applicable instrument. So, the main challenge of old industrial regions, namely the restraint for adaptation, can be tackled by the European award.

The European Capital of Culture “Glasgow 1990, Cultural Capital of Europe“ and the European Capital of Culture „RUHR 2010, Essen for the Ruhr Region“ are taken as case studies to examine the effects of the European Capital of Culture on old industrial regions. The Capital of Culture “Glasgow 1990, Cultural Capital of Europe“ is examined by an Ex-Post-Evaluation and the Capital of Culture „RUHR 2010, Essen for the Ruhr Region“ by an On-Going-Evaluation. The comparison of both case studies gives important insights into the effects of the European Capital of Culture from a practical perspective. The main effect achieved by the European Capital of Culture was in both cases the improvement of the image. The effects for economical and spatial development were, in Glasgow as well as in the Ruhr Region, hardly significant.

Based on the previous results, conclusive recommendations for the effective use of the instrument European Capital of Culture in old industrial regions are formulated. It becomes obvious that the implementation of the European Capital of Culture requires huge personnel and financial resources and is very time consuming. Thus, old industrial regions have to balance the possible benefits of the European Capital of Culture against the necessary costs. The old industrial regions have to define their endogenous cultural potential at an early stage. Furthermore, they have to implement the European Capital of Culture in a sustainable and cultural based development strategy, preferably on a regional level.

ISSN 1869-3814
Number of pages: 172

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