Band 13: Handlungsstrategien zur zukünftigen Sicherung eines seniorengerechten Versorgungsangebotes – dargestellt am Beispiel des Landkreises Aurich

AzR

Arbeitspapiere zur Regionalentwicklung – Elektronische Schriftenreihe des Lehrstuhls Regionalentwicklung und Raumordnung (E-Paper) – Band 13

Jens Fiedler
Handlungsstrategien zur zukünftigen Sicherung eines seniorengerechten Versorgungsangebotes – dargestellt am Beispiel des Landkreises Aurich

In den letzten Jahrzehnten fanden in Deutschland tiefgreifende soziale, wirtschaftliche und politische Veränderungsprozesse statt, die sich weiter fortsetzen werden. Insbesondere der demographische Wandel macht es für alle gesellschaftlichen Akteure zunehmend unausweichlich, die zukünftigen Herausforderungen anzunehmen und mit geeigneten Konzepten auf die veränderten Rahmenbedingungen zu reagieren.

Der demographische Wandel ist neben einer Abnahme der Bevölkerung vor allem durch einen immer größer werdenden Anteil an Älteren in der Gesellschaft geprägt. Dadurch werden die Bedürfnisse und Anforderungen der sogenannten Senioren in Zukunft in allen Lebensbereichen eine stärkere Gewichtung einnehmen. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich damit, wie unter Berücksichtigung des Bevölkerungsrückgangs und den damit einhergehenden Konsequenzen, dennoch ein seniorengerechtes Versorgungsangebot in den Bereichen öffentlicher Personennahverkehr, Lebensmittelnahversorgung, medizinische Versorgung sowie Freizeit ermöglicht werden kann. Mögliche Strategien zur Sicherung und Verbesserung der Versorgungssituation von Senioren werden anhand des Landkreises Aurich entwickelt und dargestellt.

Der Landkreis Aurich konnte in den letzten Jahrzehnten ein stetiges Bevölkerungswachstum aufweisen. Erst seit Kurzem nimmt die Bevölkerungszahl ab. Lediglich die Anzahl der Senioren kann Zuwächse verzeichnen, wodurch auch der Anteil an Älteren steigt. Ist bereits heute jeder fünfte Einwohner über 65 Jahre alt, so wird es in 20 Jahren jeder Dritte sein. Besonders aufgrund der ländlichen Strukturierung läuft der Landkreis Gefahr, bestimmte Versorgungsangebote im Zuge des demographischen Wandels nicht mehr anbieten zu können oder das Angebot ausdünnen zu müssen, wovon besonders weniger mobile Senioren betroffen wären. Weitere Missstände könnten entstehen, wenn das bisherige Versorgungsangebot nicht an die steigende Zahl der Senioren sowie an deren Bedürfnisse angepasst werden würde.

Daher untersucht die Arbeit neben dem derzeitigen Versorgungsangebot auch anhand einer schriftlich durchgeführten Befragung die Nachfrage- und Versorgungssituation der Senioren im Landkreis. Mit Hilfe der gewonnenen Ergebnisse werden unter Beachtung aller relevanten Rahmenbedingungen die Stärken und Schwächen sowie die Chancen und Risiken des Versorgungsangebotes in Bezug auf Senioren dargestellt. Letztendlich werden aus den erarbeiteten Erkenntnissen unter Zuhilfenahme einiger Best-Practice-Beispiele Handlungsstrategien aufgezeigt, mit denen die zukünftige Versorgungssituation von Senioren wirkungsvoll gesichert werden kann.

ISSN 1869-3814
Seitenzahl: 199

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Abstract
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Arbeitspapiere zur Regionalentwicklung – Elektronische Schriftenreihe des Lehrstuhls Regionalentwicklung und Raumordnung (E-Paper) – Band 13

Jens Fiedler
Strategies to ensure the provision of public services for senior citizens in the future – the example of the county of Aurich

During the previous decades far-reaching social, economic and politic processes of change took place in Germany and it is likely that these will be growing stronger. Especially the demographic change forces the social actors to accept future challenges. Furthermore they have to develop appropriate concepts to react to the changing basic conditions.

Besides a population decrease, the demographic change is especially characterized by a growing part of elderly people. Consequently the requirements of the so-called “seniors” will become more important in the future. The present paper treats the possibilities to maintain, despite the decline in population and its consequences, an appropriate offer in the domains of public transport, basic food provision, medical care and leisure activities. The county of Aurich in northern Germany is used as sample area to develop exemplary strategies to preserve and improve the provisioning of elderly people.

During the past decades the county of Aurich registered a continuous growth of population. Quite recently the population started decreasing. Only the number of seniors is still growing whereby their proportion still increases. Whilst nowadays every fifth resident is older than 65 years, twenty years from now it will be every third. By then, due to its rural structure and the demographic change, the county risks not to be able anymore to ensure the public services in their full extend. This would especially affect less mobile elderly people. Further deficits could be generated, if the actual provision of public services is not adjusted to the growing number of elderly people and their requirements.

Hence the present paper is not only based on an analysis of the actual provisioning offer but also on an empirical survey, which was realized by sending a questionnaire to elderly people. The survey allows the elderly people to evaluate the provisioning offer from their own point of view and to express their own requirements. The gathered information and the actual basic conditions are put together in a Strength-Weaknesses-Opportunities-Threats-Analysis. Finally possible strategies to maintain the provisioning offer for elderly people are deduced from these results. Furthermore these strategies are illustrated by Best-Practice-Examples.

ISSN 1869-3814
Number of pages: 199

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