Geplante Auslandsexkursion für August 2021: Sozio-ökonomische Strukturen und Entwicklungen in Westkanada

Thema: Sozio-ökonomische Strukturen und Entwicklungen in Westkanada unter besonderer Berücksichtigung von Bevölkerung, Stadtentwicklung und Tourismus

Exkursionsziel: Westkanada: Von Calgary über die Nationalparks der Rocky Mountains nach Vancouver und Vacouver Island (Provinzen Alverta und British Columbia)

Termin: Geplant für August 2021

Leitung: Prof. Dr. Gabi Troeger-Weiß und Dr.-Ing. Kirsten Mangels

Im Rahmen der Ausbildung von Studierenden des Master-Studiengangs Geographie-Lehramt war im August 2020 eine verpflichtende Auslandsexkursion mit 16 Studierenden des Studiengangs zum Thema „Sozio-ökonomische Strukturen und Entwicklungen in Westkanada unter besonderer Berücksichtigung von Bevölkerung, Stadtentwicklung und Tourismus“ unter Leitung von Prof. Dr. Gabi Troeger-Weiß und Dr.-Ing. Kirsten Mangels vorgesehen. Aufgrund von pandemiebedingten Ein- und Ausreisebeschränkungen wurde die Exkursion um ein Jahr verschoben und wird mit der bisherigen fachlichen Konzeption nun falls es pandemiebedingt möglich ist im August 2021 durchgeführt.

Die Exkursion dient der intensiven Auseinandersetzung mit Themenfeldern aus der Anthropogeographie (mit einem Schwerpunkt auf Humangeographie (insbesondere der Stadt- und Regionalentwicklung)) Westkanadas unter besonderer Berücksichtigung regionaler Wirtschaftsstrukturen, der transkontinentalen Verkehrserschließung, der Bedeutung der maritimen Wirtschaft, der Holz- und Forstwirtschaft, der Landwirtschaft (Intensivkulturen – Weinbau) sowie der Ökologie und des Tourismus. Regionale Schwerpunkte sind die Stadt und Region Calgary, die Nationalparks Banff und Jasper, das Okanagan Valley, Stadt und Stadtregion Vancouver sowie Vancouver Island, also die kanadischen Provinzen Alberta und British Columbia.

Die Studierenden sollen sich in intensiver fachlicher Auseinandersetzung mit räumlichen Gegebenheiten sowie sozio-kulturellen Aspekten in zeitlicher und räumlicher Perspektive des Exkursionsraums auseinandersetzen. Daraus ergeben sich folgende thematische Kernfragen aus den Bereichen der Bevölkerungs- und Siedlungsgeographie, der Tourismusgeographie, der Verkehrsgeographie sowie der physischen Geographie (Klimawandel und seine Auswirkungen im Hochgebirge), die im Rahmen der Exkursion behandelt werden:

  • Welche Aspekte der Raumentwicklung, insbesondere der Stadt-, Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung in urbanen wie ruralen Gebieten lassen sich identifizieren?
  • Wie gestaltet sich die Struktur und Intensität des Tourismus in Westkanada (insbesondere in den Nationalparks und auf Vancouver Island) und welche regionalökonomische Bedeutung lässt sich daraus ableiten?
  • Welche ökonomischen Entwicklungen (Defizite und Potentialbereiche), insbesondere im Bereich des Wirtschaftsstandorts der beiden kanadischen Provinzen lassen sich identifizieren? Welche Bedeutung haben die Wirtschaftsbereiche der Land- und Fischereiwirtschaft sowie der maritimen Wirtschaft?
  • Welche Erfahrungen und Erkenntnisse ergeben sich aus der nationalen und regionalen Einwanderungspolitik und der Integration von vorwiegend asiatischen Zuwanderern in den kanadischen Arbeitsmarkt sowie die örtlichen Sozialstrukturen?

Im Rahmen der Exkursion wird eine intensive Auseinandersetzung der Studierenden mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten der Stadt- und Regionalentwicklung angestrebt. Wichtig ist dabei, dass die Exkursionsteilnehmer*innen lernen, die räumlichen Entwicklungen in einer ausländischen Region mit Methoden der geographischen Regionalforschung und Raumbeobachtungen zu erfassen, zu analysieren und zu bewerten.

Über die fachlichen Inhalte hinaus wird ein besonderes Augenmerk auf eine praktische Anwendung geographischer Untersuchungsmethoden gelegt. Mit Hilfe empirischer Methoden wie Raumbeobachtung und der Anwendung von Kartierungen und Befragungen sollen die Studierenden Strukturprozesse in den Bereichen des Tourismus sowie der regionalen Wirtschafts- und Verkehrsinfrastruktur erfassen. Die studentischen Teilnehmer*innen haben somit die Gelegenheit Erfahrungen in der Durchführung eigener empirischer Erhebungen zu sammeln. Überdies gewinnen die Studierenden auf diese Weise einen umfassenden Einblick in den Umgang, Herausforderungen und aktuelle Themen der Regionalentwicklung in urbanen wie in ländlichen Gebieten, die über die im Selbststudium und den vorbereitenden Hausarbeiten bereits erlangten landeskundlichen Vorkenntnisse hinausgehen. Neben anthropogeographischen Themen werden fachübergreifend auch physisch-geographische Themen aufgegriffen, die vor allem auch für den Themenbereich der Fremdenverkehrsgeographie relevant sind.

Durch geplante Gesprächstermine mit Kooperationspartnern aus den einzelnen Strukturbereichen lernen die Studierenden internationale Unternehmen und Institutionen sowie deren Relevanz für die regionale Entwicklung kennen. Geplant sind u.a. Gespräche in den Stadtverwaltungen von Calgary, Vancouver, Victoria und Tofino sowie mit Vertretern geographischer Institute an den Universitäten in Calgary und Vancouver an den Universitäten in Calgary und Vancouver für regional- und landeskundliche Informationen. Gespräche mit Vertretern von Institutionen der Tourismusförderung und der Stadt- und Regionalentwicklung sollen u.a. die Fähigkeit der Studierenden, gelernte Inhalte aufzugreifen und im praktischen Kontext (in englischer Sprache) zu diskutieren, schulen. Auf diese Weise werden die vermittelten theoretischen Inhalte intensiviert und gefestigt.

Die Teilnehmer*innen der Exkursion bereiten sich teilweise im Selbststudium und insbesondere im Rahmen von 20-seitigen Hausarbeiten und damit verbunden einer gründlichen Literatur- und Datenrecherche intensiv auf die Exkursion ebenso vor wie in einem vorbereitenden Seminar. Die Exkursion dient der intensiven Auseinandersetzung mit dem Themenbereich der Stadt- und Regionalentwicklung in einem wichtigen Industrie- und klassischem Einwanderungsland. Ziel ist es, den Studierenden die bisherige demographische und wirtschaftliche Entwicklung und die damit verbundenen Herausforderungen aufzuzeigen. In wirtschaftlicher Hinsicht spielt in Westkanada neben dem primären Wirtschaftssektor (Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Bergbau, Fischereiwesen) insbesondere der Tourismus eine große Rolle. Durch Gespräche mit touristischen Akteuren und Leistungsträgern ebenso wie durch empirische Erhebungen soll die Bedeutung des Tourismus für die Regionalentwicklung herausgearbeitet werden.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass Entwicklungsoptionen und Herausforderungen der Pazifikküstenregion sowie ländlicher Gebiete in der Bergregion der Rocky Mountains ein wichtiges Zukunftsthema darstellen. Es ist daher von großer Bedeutung, dass angehende Lehrer Erfahrungen in einem Land wie Kanada während ihres Studiums sammeln können, um die Entwicklungen und Herausforderungen sowie die Zukunftsstrategien den deutschen Schülern im Rahmen der Berufsausübung vermitteln zu können. Neben der Vermittlung fachbezogener Kenntnisse steht daher die systematische Einordnung und Verknüpfung sowie deren praktische Anwendung im Mittelpunkt der Fachexkursion. Ferner ist die Begegnung mit Kooperationspartnern in Forschung und Lehre vor Ort Anliegen der Exkursion.

 

Univ.-Prof. Dr. Gabi Troeger-Weiß
Dr.-Ing. Kirsten Mangels
Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung

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