Regionalentwicklung in England

Eine vom Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung veranstaltete Exkursion führte 22 Studierende der Fachrichtung Raum- und Umweltplanung Ende Februar in die Themse-Metropole London. Der Aufenthalt eröffnete vielfältige Einblicke in das System der Raumplanung Englands, wobei die Entwicklung des traditionell von Fabrikbezirken und Docklands geprägten, bislang eher unterentwickelten Londoner East Ends, u. a. im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für Olympia 2012, im Mittelpunkt stand.

Das Programm der Exkursion startete mit einer ausgedehnten Ortsbesichtigung des Londoner East End, wo umgesetzte wie auch laufende Konversionsprojekte betrachtet wurden. Das bekannteste Beispiel stellt Canary Wharf dar, ein Komplex verschiedener Bürogebäude, welcher in den 1980er/90er Jahren in den Docklands, dem ehemaligen Hafenareal Londons, errichtet wurde. Das Areal, heute Sitz von Unternehmen insbesondere des Finanzsektors, sollte den Studierenden als bereits umgesetztes Beispiel der Umnutzung innerstädtischer Flächen ein Gespür für weitere, aktuelle Konversionsprojekte Londons geben.

Diese wurden anschließend im Lower Lea Valley betrachtet, einem im Osten Londons gelegenen, altindustrialisierten Gebiet, welches als Bestandteil des „Thames Gateway“ zwischen London und der Mündung der Themse einem national unterstützen Erneuerungsprozess unterzogen wird. Dieser wird durch eine Vielzahl von Projekten getragen, von denen im Bereich des Lower Lea Valley einige Eindrücke gesammelt werden konnten. Neben dem aktuell im Bau befindlichen „Olympic Park“ besichtigten die Studierenden die in phyischen, sozialen und wirtschaftlichen Umstrukturierungsprozessen befindlichen Stadtteile Bromley by Bow und Canning Town.

Im zweiten Teil der Exkursion wurden die gewonnen Eindrücke im Rahmen verschiedener Gespräche durch regionale und lokale Akteure erörtert, die an besagten Umnutzungsprozessen beteiligt sind, u. a. der London Thames Gateway Development Corporation (LTGDC), welche als regionale Entwicklungsagentur die Entwicklung des Londoner Teils des „Thames Gateway“ vorantreibt. Die sich im Rahmen dieser Gespräche bietenden Einblicke verdeutlichten, dass sich Raumplanung in England einerseits in z. T. deutlich flexibleren Strukturen und Prozessen abspielt, aber auch ein gegenüber Deutschland politisch kontroverser diskutiertes Thema darstellt. Mit dieser grundlegenden Erkenntnis endete eine für alle Beteiligten interessante und abwechslungsreiche Exkursion.

Zeitraum
13. – 26. Februar 2010

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