Bericht zur Geographie-Deutschlandexkursion vom August 2019: Strukturwandel im Ruhrgebiet

Thema: Strukturwandel im Ruhrgebiet

Exkursionsziel: Ruhrgebiet

Termin: 2.09. – 06.09.2019

Leitung: Dr.-Ing. Kirsten Mangels und Dr. rer. pol. Sebastian Winter

Im Rahmen des Studiengangs B. Ed. Geographie führte der Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung unter Leitung von Dr.-Ing. Kirsten Mangels und Dr. rer. pol. Sebastian Winter vom 2. bis 6.09.2019 eine Exkursion ins Ruhrgebiet durch, die vor allem unterschiedliche Ansätze zum Umgang mit dem stattfindenden Strukturwandel vom Industrie- zum Dienstleistungszentrum zum Thema hatte. Dabei lernten die Studierenden verschiedene Ansätze zum Umgang mit Industriebrachen kennen, wie dem Erhalt als Ort der Industriekultur (Zeche Zollverein Essen & Land-schaftspark Duisburg-Nord), die Neuinwertsetzung durch Einzelhandel und Freizeitdienstleistungen (Neue Mitte Oberhausen) oder die Renaturierung von Altindustrieflächen (Rheinpark Duisburg Hochfeld & Emscher Landschaftspark).

Um zunächst jedoch einen Überblick über die regionale Entwicklung der Metropolregion zu erhalten, wurden der Regionalverband Ruhr in Essen und die dortige Wirtschaftsförderung Businessmetropole Ruhr für einen Vortrag besucht. Dabei lernten die Studierenden verschiedene Herausforderungen im Umgang mit dem Strukturwandel und der interkommunalen Zusammenarbeit kennen, insbesondere die Aufbereitung von Gewerbeflächen zur wirtschaftlichen Revitalisierung.

Im Bergbaumuseum Bochum und der Zeche Zollverein in Essen erfassten die Studierenden mit der Kohleförderung den Ursprung des wirtschaftlichen Aufstiegs in der Industriezeit. Dabei lernten Sie die Wertschöpfungskette bis zur Koksherstellung als Ausgangsrohstoff zur Erzverhüttung kennen.

Alte und auch noch in Betrieb befindliche Hüttenwerke zur Eisen- und Stahlerzeugung wurden bei einer Radtour entlang des Rheins in Duisburg hinsichtlich ihrer räumlichen Wirkung analysiert. Dabei wurden auch die sozialräumlichen Wirkungen des wirtschaftlichen Niedergangs wie großer Wohnungsleerstand, Sanierungsstau und Zuzug einkommensschwacher Bevölkerungsgruppen am Beispiel des Stadtteils Duisburg-Marxloh bei einer Führung aufgezeigt. Gleichzeitig wurden auch städtische Ansätze zum Umgang mit dieser Problematik, wie der Wohngebäudeschließung, dem Immobilienaufkauf und der Aufwertung öffentlicher Flächen, erläutert.

In Oberhausen wurde den Studierenden der Emscher Landschaftspark als Gartenschau-Projekt der 1990er Jahre vorgestellt. Der Emscher Landschaftspark befindet sich aktuell wieder in Vorbereitung als Internationale Gartenschau 2027, was die Studierenden ebenfalls in einem Vortrag präsentiert bekamen. Außerdem wurde die Neue Mitte in Oberhausen mit der Shopping Mall „CentrO“ besichtigt und dessen Wirkung aus Sicht des Betreibers und der Wirtschaftsförderung Oberhausen dargestellt.

In Duisburg wiederum sahen die Studierenden am Innenhafen ein Büro- und Wohnkonzept als „Waterfront-Development“ zur Revitalisierung alter Industrie- und Hafenflächen. Außerdem wurde den Studierenden der Duisburger Frachthafen als derzeit größter Binnenhafen der Welt vom dortigen Betreiber präsentiert.

Insgesamt erhielten die Studierenden somit Einblick in die Ursachen und den Prozess des Strukturwandels im Ruhrgebiet. Sie lernten dabei verschiedene Ansätze zur Nachnutzung von Altindustrieflächen kennen. Zudem wurden die sozialräumlichen Folgen des Strukturwandels eindrücklich im Stadtteil Duisburg-Marxloh vermittelt.

Univ.-Prof. Dr. habil. Gabi Troeger-Weiß
Dr.-Ing. Kirsten Mangels
Dr. rer. pol. Sebastian Winter
Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung

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