Bericht zur Tagesexkursion vom 17.02.2017: Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung in Worms

Thema: Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung

Exkursionsziel: Worms

Termin: Freitag, 17. Februar 2017

Leitung: Sebastian Winter

Im Rahmen des Studiengangs Bachelor of Ed. Geographie Lehramt im Fachbereich Raum- und Umweltplanung der TU Kaiserslautern, führte der Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung am 17.02.2017 eine Tagesexkursion zum Thema „Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung“ in Worms durch.

Die Exkursionsgruppe besuchte dazu zunächst die Stadtverwaltung, wo der Leiter der Abteilung Stadtplanung und Bauaufsicht einen Vortrag über die einzelnen Aspekte der Stadtplanung in Worms wie Flächennutzungsplan, Innenstadtkonzept und Einzelhandelskonzept hielt. In der anschließenden Diskussion wurde auch die besondere Situation der Stadt durch die Zugehörigkeit zu zwei Planungsregionen (Rheinhessen-Nahe und Rhein-Neckar) thematisiert.

Am Nachmittag erfolgte ein umfassender Stadtrundgang, bei dem verschiedene Themen der Anthropogeographie an geeigneten Standorten von den Studierenden in Form von Kurzreferaten vorgetragen und anschließend in der Gruppe diskutiert wurden. Die Wormser Siedlungsstruktur ergibt sich dabei aus der Lage am Rhein sowie den Verlauf der Eisenbahnschienen und ihrer Rheinbrücken, an denen sich gewerbliche Nutzungen konzentrieren. Die Suburbanisierung führte insbesondere in den kleinen Tälern der Rheinzuflüsse westlich der Innenstadt zur Flächenexpansion der dortigen Dörfer. Die unterschiedlichen Aspekte der Stadthistorie wurden an verschiedenen Standorten wie dem Lutherdenkmal, der jüdischen Synagoge sowie dem Wormser Dom beleuchtet. Dabei wurde insbesondere Worms‘ herausragende Stellung im Mittelalter sowie der darauf folgende Bedeutungsverlust thematisiert. Die Industrialisierung wurde anhand des Aufstiegs und Niedergangs der Lederindustrie veranschaulicht. Die besondere Bedeutung Worms als Destination für Geschäftsreisende wurde am Wormser Tagungs- und Kulturzentrum beleuchtet. Worms schafft es trotz seiner Lage in direkter Nachbarschaft zum Oberzentrum Mannheim sich als Einzelhandelsstandort zu behaupten und überproportional viel Verkaufsflächen anbieten zu können. Dabei ist die Bevölkerungsentwicklung aufgrund von Wanderungsgewinnen in den letzten Jahren kontinuierlich positiv, bei jedoch im Verhältnis zum gesamten Rheinland-Pfalz etwas unterdurchschnittlicher sozioökonomischer Bevölkerungsstruktur (u.a. bei Einkommen, Bildung, Armut und Integration). Zur weiteren Stärkung des Stadtzentrums treibt die Stadt die Entwicklung mithilfe eines Innenstadtkonzeptes voran, dass von den Studierenden vorgestellt wurde und dessen Herausforderungen an geeigneten Standorten präsentiert wurden. Worms ist auch wie so viele Städte Deutschlands Ort bedeutender Flächenkonversionen sowohl ehemals militärisch als auch industriell genutzter Flächen, die heute vor allem von Einzelhandel und Freizeitorientierten Dienstleistungen besetzt werden. Etwas nördlich des Stadtzentrums soll das Programm „Soziale Stadt“ für eine Aufwertung und Verknüpfung der teils heruntergekommenen und isolierten Stadtteile sorgen.

Insgesamt konnten die Studierenden im Rahmen der Exkursion dadurch einen Gesamtüberblick über die anthropogeographischen Aspekte der Stadtentwicklung einer typischen deutschen Mittelstadt gewinnen und insbesondere Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen den Themen herausstellen.

Univ.-Prof. Dr. Gabi Troeger-Weiß
Dipl.-Geograph Sebastian Winter
Lehrstuhl Regionalentwicklung und Raumordnung

Die Exkursionsgruppe vor dem Wormser Dom
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